Kleiner Olivenöl Exkurs
Als extra nativ werden nur Olivenöle bezeichnet, deren Ölsäuregehalt nicht mehr als 0,8% beträgt. Sorten und jahrgangsreine Olivenöle erreichen Werte von 0,3 bis 0,6%. Olivenöle aus Supermärkten und Diskountern haben oftmals genau 0,8%, da sie in der industriellen Produktion aus Mischungen bestehen.
‚Erste Kaltpressung‘ bedeutet, dass das Olivenöl aus dem ersten Pressvorgang gewonnen wurde und die Temperaturen bei dem Pressvorgang 27 Grad Celsius nicht überstiegen haben.
Neben den genannten Eigenschaften ist die organoleptische Untersuchung (Aroma, Geschmack) ausschlaggebend für die Klassifizierung eines Olivenöls.
Aufgrund der besonderen Klima- und Bodenbedingungen sind die Produzenten auf der Insel Kreta heute in der Lage, 95% ihrer Olivenölproduktion als extra nativ einzustufen.
Aus 17 Mio Olivenbäumen produziert Kreta jährlich mehr als 150.000 Tonnen Olivenöl. Hiervon verbrauchen die Einwohner sowie die Feriengäste weniger als 5%. Mehr als 90% der produzierten Ölmenge wird exportiert. Von den exportierten Olivenölen geht der größte Teil an Industriebetriebe in Italien, die dort produziertes Olivenöl durch Beimischung verbessern. Lediglich 10% der Exporte erfolgt durch Genossenschaften und Familienbetriebe, die bereits auf der Insel das Öl in Flaschen und Kanister abfüllen. Besonders beliebt sind 5 Liter Kanister. Sie werden auch von deutschen Endverbrauchern bevorzugt bei den Olivenölimporteuren im Internet bestellt. Auch wenn der pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland (ca. 1 Liter/Jahr) noch deutlich geringer ist als bei der kretischen Bevölkerung (25 Liter/Jahr), so erfreut sich Olivenöl auch hierzulande steigender Beliebtheit.
Die hohe Lebenserwartung und die niedrige Rate an Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf Kreta führen Wissenschaftler u.a. auf den hohen Olivenöl-Konsum zurück. Die gesunde, mediterrane Ernährung wird auch als Mittelmeer- oder Kreta-Diät bezeichnet. Olivenöl ist ein Eckpfeiler dieser gesunden Ernährungsweise.